Der Planungsprozess im Zeitstrahl

Das Projekt Altwiesen ist mit Blick auf den Planungsprozess aussergewöhnlich. Die Arbeiten haben einen ganzheitlichen Charakter: Bei allen Schritten haben die Eigentümer versucht, möglichst alle relevanten Akteure in die Planung mit einzubeziehen. Das braucht einen langen Atem – macht sich aber letztlich bezahlt. Ein Blick zurück auf die wichtigsten Meilensteine auf dem bisherigen Weg.

2010

Phase 1

2010 bis 2013

Tägerschaft / Machbarkeit

Prozessstart

Am Anfang steht die Überzeugung einiger Eigentümer, dass eine gemeinsame Entwicklung der Siedlung Altwiesen Erfolg verspricht: Alle Liegenschaftsbesitzer stehen aufgrund der veralteten Bausubstanz ähnlichen Problemstellungen gegenüber. Eine Projektleitung wird bestimmt und schon bald finden Sitzungen statt, in denen erste Rahmenbedingungen geklärt werden.

Informationsveranstaltungen

An zwei Informationsveranstaltungen werden die Eigentümer über die Projektpläne unterrichtet. Es geht zunächst darum, möglichst alle mit ins Boot zu holen und Fragen zu klären. Und natürlich müssen Entscheidgrundlagen für das Vorgehen erarbeitet werden. Nach einigen Monaten zeigt sich: Eine gemeinsame Entwicklung des Areals findet breite Unterstützung.

Gründung einer Einfachen Gesellschaft

Die Eigentümer gründen als Trägerschaft für die weitere Planung die Einfache Gesellschaft «Projektentwicklung Altwiesen-/Dübendorfstrasse». Der Gesellschaftsvertrag wird unterzeichnet, Planer werden hinzugezogen und die Projektentwicklung nimmt ihren Lauf.

2011

Phase 1

2010 bis 2013

Tägerschaft / Machbarkeit

Kernteam und Gesellschafterversammlungen

Die Einfache Gesellschaft ernennt eine Kerngruppe, welche die Koordinations- und Planungsarbeiten bewältigt. In regelmässigen Besprechungen versucht die Gruppe, die verschiedenen Bedürfnisse der einzelnen Eigentümer unter einen Hut zu bringen. An Gesellschafterversammlungen, die zwei- bis dreimal pro Jahr stattfinden, werden wichtige Entscheidungen gefällt und die Weichen gestellt für die nächsten Arbeitsschritte.

Machbarkeitsstudie

Jetzt wird es handfest: Die Einfache Gesellschaft gibt eine Machbarkeitsstudie in Auftrag. Sie zeigt auf, welche konzeptionellen Möglichkeiten es beim Neubauprojekt gibt und welche Besitzer die gleichen Grundinteressen haben. Und sie klärt ab, wie Planungsinstrumente und Etappierung aussehen könnten. Ebenfalls wichtig: Wirtschaftlichkeitsprüfungen für jeden Eigentümer und die Wertbestimmung der heutigen Bauten.

2012

Phase 1

2010 bis 2013

Tägerschaft / Machbarkeit

Amt für Städtebau

Bereits früh in der Planung gehen die Eigentümer auf die Stadt Zürich zu, die eine wichtige Ansprechpartnerin ist. An einer Sitzung mit dem Amt für Städtebau wird der Planungsstand erläutert. Die Vertreter der Stadt geben wertvolle Inputs, worauf im weiteren Planungsprozess geachtet werden muss. Hier geht es um verfahrenstechnische, bauliche und gestalterische Aspekte, aber auch um Auflagen für das Neubauprojekt.

2013

Phase 2

2013 bis 2015

Städtebauliches Zielbild

Testplanung

2013 wird eine so genannte Testplanung mit drei Architekturbüros durchgeführt, die ihre Ideen und Konzepte für das Neubauprojekt Altwiesen einbringen. Aus den vorliegenden Ergebnissen ergibt sich eine Synthese, welche die Basis für den späteren Gestaltungsplan bildet.

2014

Phase 2

2013 bis 2015

Städtebauliches Zielbild

Workshopverfahren

Einer der Schlüssel für das erfolgreiche Projekt ist das Workshopverfahren, das 2014 startet. Beteiligt sind alle relevanten Stellen: Die Grundeigentümer sowie das ausgewählte Planungsteam bestehend aus Achitektur und Städtebau, Landschaftsarchitektur und Raumplanung. Die wichtigsten Aufgaben sind die Entwicklung eines städtebaulichen Zielbildes als Basis für die spätere Umsetzung und die Erarbeitung einer fachlich hochstehenden und tragfähigen Lösung.

Baukollegium

Ein Meilenstein ist die erste Präsentation der Projektplanung beim Baukollegium der Stadt Zürich. Das Baukollegium ist eine Kommission bestehend aus gewählten Fachleuten und Mitgliedern der Verwaltung, die den  Stadtrat und die Bausektion in Fragen des Städtebaus und der Architektur berät. Das Projekt Altwiesen kommt beim Baukollegium gut an: Das städtebauliche Konzept überzeugt ebenso wie der Planungsprozess, welcher als vorbildlich eingestuft wird. Für den weiteren Planungsweg gibt das Baukollegium zudem wertvolle Inputs.

2015

Phase 3

ab 2015

Planungs-
instrumente

Neue Planungsphase

2015 tritt das Projekt in die dritte Planungsphase ein: Jetzt geht es um die planungsrechtliche Sicherung des erarbeiteten städtebaulichen Zielbilds. Die wichtigsten Teilschritte dabei sind grundsätzliche Abklärungen der zulässigen Gestaltungsparameter wie Bauhöhe, Ausnützungsquote oder Geschossfläche, dann die Weiterentwicklung des Zielbilds zu einem Richtprojekt, das wiederum als Basis für den Gestaltungs- und den Quartierplan dient. Gegen Ende des Jahres wird beim Amt für Städtebau und bei den Eigentümern eine Vorvernehmlassung durchgeführt, um möglichst allen Anforderungen gerecht zu werden.

2016

Phase 3

ab 2015

Planungs-
instrumente

Gestaltungsplan

2016 beginnen die Arbeiten am Gestaltungsplan. Dieser Prozess ist äusserst anspruchsvoll und nimmt mehrere Jahre in Anspruch. Ziel des Gestaltungsplans ist es, die städtebaulichen Qualitäten sowie die Bebauung, den Freiraum und die Erschliessung zu sichern. Dabei geht es beispielsweise ganz konkret um Fragen der Umweltverträglichkeit und um das Parkierungskonzept. Wie es beim Projekt Altwiesen von Beginn weg Usus ist, sind auch in dieser Arbeitsphase immer wieder alle wichtigen Anspruchsgruppen involviert. So finden 2016 mehrere Grundeigentümergespräche statt.

Quartierplan

Der Quartierplan – im Projekt Altwiesen handelt es sich um einen so genannten superprivaten Quartierplan – sichert die Landeinteilung, die Erschliessung und die Neuregelung der Grundbucheinträge privatrechtlich. Dabei geht es also vor allem um Regelungen, die zwischen den einzelnen Eigentümern etwa mit Blick auf Kostenübernahmen getroffen werden müssen. Das braucht zuweilen Geduld und viele Gespräche.

2017

Phase 3

ab 2015

Planungs-
instrumente

7. Gesellschafterversammlung

Die 7. Gesellschafterversammlung bringt einige richtungsweisende Beschlüsse mit sich. Zum einen sind nun alle Grundeigentümer Mitglied der 2010 gegründeten Einfachen Gesellschaft, die Stadt Zürich hat weiterhin den Status als Gast. Zudem ist man jetzt deutlich weiter fortgeschritten in Sachen Gestaltungsplan und Quartierplan. Auch die Etappierung des Neubauprojekts wird nun klar.

2018

Phase 3

ab 2015

Planungs-
instrumente

Finalisierung Planunterlagen und Verträge

Nach einer erneuten Präsentation im Baukollegium gehen die Arbeiten am Gestaltungsplan, am Quartierplan und an den Eigentümerverträgen in ihre finale Phase. Zum letzten Mal werden Rückmeldungen aufgenommen und in die Unterlagen aufgenommen. Im Mai 2018 schliesslich ist die Vernehmlassung beendet – an der 9. Gesellschafterversammlung erfolgt die Beschlussfassung zu den verschiedenen Planungsinstrumenten.

2019

Phase 3

ab 2015

Planungs-
instrumente

Öffentliche Auflage

Nun sind die Behörden und die Öffentlichkeit am Zug: Das städtebauliche Konzept und die Planungsunterlagen werden öffentlich aufgelegt und in die Ämtervernehmlassung und kantonale Vorprüfung gegeben. Damit ist ein weiterer Meilenstein erreicht. Wie umfangreich die Unterlagen dafür sind, illustriert das angehängte Foto.

Das Ziel ist in Sichtweite

An der 10. Gesellschafterversammlung werden die eingegangenen Rückmeldungen besprochen. Die gute Nachricht: Es liegen keine Einwände auf dem Tisch, die das Projekt in seiner jetzigen Planungsphase entscheidend zurückwerfen würden. Die meisten der von verschiedenen Seiten eingebrachten Punkte können berücksichtigt werden. Die Planer machen sich an die Überarbeitung der Unterlagen.

2020

Phase 3

ab 2015

Planungs-
instrumente

Freigabe für die Festsetzung

Beim Projekt Altwiesen wird der Gestaltungsplan nicht durch den Gemeinderat, sondern durch den Zürcher Stadtrat gemehmigt – oder «festgesetzt», wie es in der Fachsprache heisst. Die letzten Vorbereitungsarbeiten für die Einreichung beim Stadtrat werden nun in Angriff genommen. Und demnächst steht zudem die Unterzeichnung des Gestaltungsplans an. Parallel dazu laufen die Planungsarbeiten für die erste Bauetappe.

2021

Phase 3

ab 2015

Planungs-
instrumente

Vertragsunterzeichnung

Am 28. Januar 2021 können Paul Stocker und Danijel Pavlovic in Anwesenheit eines Notars den Landumlegungs- und Erschliessungsvertrag sowie den Gestaltungsplan unterzeichnen. Für das Projekt Altwiesen ein Meilenstein. Paul Stocker, erfahrener Immobilien-Projektmanager und Bauherrenberater, steht der Einfachen Gesellschaft vor, in der sich die Eigentümer zusammengeschlossen haben. Danijel Pavlovic ist stellvertretender Abteilungsleiter bei Immobilien Stadt Zürich (IMMO). Der Gestaltungsplan wird nun bei der Stadt eingereicht und nimmt da den Weg über den Stadtrat zum Kanton.

Stadtrat setzt Gestaltungsplan fest

Ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zur Realisierung des Projekts Altwiesen: Der Zürcher Stadtrat setzt am 21. April 2021 den Gestaltungsplan fest und schafft damit die Grundlage für die vorgesehene etappierte und qualitative Erneuerung der heutigen Bebauung. In der Begründung seines Entscheids lobt der Stadtrat die Projektplanung unter anderem mit Blick auf die modernisierte Aufrechterhaltung der für Schwamendingen so wichtigen Gartenstadtidentität.